Umbau Scheune zu Wohnhaus, TBB-Dittigheim
Umnutzung und Umbau einer Scheune zu
einem Wohnhaus, TBB-Dittigheim
Auftraggeber: privat
Objekt: Umnutzung und Umbau einer Scheune zu einem Wohnhaus
Objektadresse: TBB-Dittigheim
Leistungsphasen: 1-8 HOAI
Leistungszeitraum: 2022-2025
Es handelt sich bei diesem Projekt um die Reaktivierung zweier innerörtlicher Grundstücke.
Ein baufälliges Wohnhaus im Altort von Dittigheim wurde abgebrochen und anstelle einer Scheune mit Stallungen ein neues Ein- bzw. Zweifamilienhaus errichtet. Die teilweise unter Denkmalschutz stehenden Grund- und Außenmauern der Scheune wurden dabei erhalten.
Der Umbau erfolgte unter Beibehaltung der Kubatur der alten Scheune einschließlich dem Zwerchhaus auf der Nordwestseite und wurde so verträglich in die vorhandenen städtebaulichen Strukturen eingefügt.
Denkmalwert hat ein jüdischer Hochzeitsstein in der Scheunenaußenwand. Es wird vermutet, dass – wie auch der Straßenname Synagogengasse vermuten lässt – die alte Synagoge mit Mikwe an dieser Stelle von Dittigheim zu finden war. Weitere Spuren wurden beim Bau jedoch nicht entdeckt.
Die historische Bruchsteinwand, die ursprünglich die Zugangssituation zum Anwesen darstellte, wurde über die Bauzeit erhalten und grenzt den privaten Hofbereich zur Straße hin ab. Die restlichen Bereiche des Innenhofs werden durch Hecken vor Einblicken geschützt.
Durch die bestehende Grenzbebauung wurde ein Konzept mit Belichtung über das Dach des Zwerchhauses entwickelt.
Im Erdgeschoss befindet sich auf der Gebäuderückseite entlang der Grenzwand zum Nachbarn die nach oben hin offene und über das Dach belichtete Erschließungszone mit großzügiger Treppe ins Obergeschoss/1. Dachgeschoss.
Im Bereich der Treppe werden durch eine Öffnung die bestehenden Bruchsteinwände auch im Inneren des Hauses sichtbar gemacht. Davor in Richtung Innenhof befindet sich der großzügige Wohnbereich, bestehend aus einer offenen Wohnküche und einem durch den Kaminofen zonierten Wohnbereich. Eine großzügige Hebeschiebetüre an der Stelle des ehemaligen Scheunentors öffnet sich zur vorgelagerten Terrasse. Zwischen Erschließungszone und Wohnbereich befindet sich in einer schmalen Mittelzone ein kleiner Hauswirtschaftsraum und ein Duschbad.
Im Obergeschoss sind die Schlafräume ebenfalls nach Südosten ausgerichtet. Eine aufgesetzte Gaube führt dazu, dass die Räume im ersten Dachgeschoss eine normale Raumhöhe besitzen und zu einer vorgelagerten kleinen Balkonzone geöffnet werden können. Hinter der Giebelwand befindet sich das große Bad mit Option zum Ausbaus einer Sauna.
Eine schmale Stiege führt vom Obergeschoss hinauf zum weitgehend offenen Dachraum, der als Gäste- und Arbeitsbereich genutzt werden kann und an der Giebelseite eine Loggia als überdachten, geschützten Außenbereich beherbergt.
Im rückwärtigen Bereich wurde ein weiteres, kleines Grundstück erworben und anstelle des leerstehendes, baufälligen Wohnhauses die Garage mit einem großzügigem Lagerraum als Kellerersatz im Dachraum errichtet.
Die Garage wurde, wie Großteile des Wohnhauses, in Holzbauweise errichtet. Die Fassaden wurden mit einer Holzverschalung versehen, um dem Charakter der innerörtlichen Lage gerecht zu werden und einen Bezug zu den ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäuden herzustellen.
Auf der südorientierten Dachfläche der Garage sowie auf Teilen des Wohnhausdaches befindet sich eine Photovoltaikanlage, die gemeinsam mit einem Batteriespeicher dazu dient, den eigenen Strombedarf zu decken.
Beheizt und im Sommer temperiert wird das energieffiziente Gebäude mit einer Wärmepumpe. Der Kühleffekt hat sich in diesem Jahr bereits bewährt. Die massiven Außenwände dienen zudem als Speichermasse und zur Phasenverschiebung. Das über die Tiefe des Balkons auskragende Gaubendach dient im Sommer auch als passiver Sonnenschutz.
Eine spätere Trennung in zwei Wohneinheiten ist möglich. Die Erdgeschosswohnung ist barrierearm zugänglich und kann barrierefrei gestaltet werden. Der Wohnbereich im Erdgeschoss kann bei Bedarf baulich in einen Wohn- und Schlafbereich getrennt werden.
Die mögliche Wohneinheit im Obergeschoss und Dachgeschoss ist als Maisonettewohnung mit Wohnbereich und Loggia konzipiert. Die beiden jetzigen Kinderzimmer lassen sich durch einfaches Entfernen der nichtragenden Zwischenwand verbinden. Anschlüsse für Kücheninstallationen sind in der Wand zum Bad hin vorgesehen. Ebenso sind getrennte Zählungen bereits berücksichtigt.